Pininfarina Battista Edizione Nino Farina
Automobili Pininfarina entwickelt Fahrzeuge, die auf einer klaren technischen Philosophie basieren:
extreme Leistungsfähigkeit, kompromisslose Materialauswahl und eine aerodynamische Basis, die sich nicht an klassischen Verbrennerarchitekturen orientiert.
Die Marke nutzt das Know-how eines traditionsreichen Designstudios und überträgt dessen Präzision in den vollständigen Fahrzeugbau. Jede Struktur, jede Oberfläche und jedes elektronische System folgt einem Engineering-Ansatz, der konsequent auf Performance ausgelegt ist.
Der Battista bildet den technologischen Kern dieser Strategie.
Vier Elektromotoren, 1.900 PS, 2.340 Nm und eine Beschleunigung, die 0–100 km/h in unter zwei Sekunden ermöglicht, definieren die Leistungsdaten des Modells. Die Weiterentwicklung zu limitierten Editionen schafft Varianten, die Designphilosophie und Technik in eine neue Charakterrichtung schieben.
Die Edizione Nino Farina knüpft an die technische Präzision des Rennsports an. Das Modell interpretiert historische Motorsport-Elemente über moderne elektrische Hochleistung. Die Edition ist limitiert und stärkt damit die Exklusivität eines Fahrzeugs, das bereits in der Basis zu den stärksten Elektro-Sportwagen der Gegenwart zählt.
Die Konstruktion der Edizione Nino Farina stützt sich auf ein Monocoque aus Carbon, eine 120-kWh-Hochvoltbatterie, vier Inverter und ein verzweigtes Kühlsystem. Das technische Konzept folgt einer klaren Maxime: maximale Kontrolle über Leistung und Strömung. Die Edition schärft diesen Ansatz über exklusive Aerodynamikdetails, dedizierte Farbgebung und eine fahrdynamische Abstimmung, die eng mit der Rennsporttradition verbunden ist.
Der Übergang vom theoretischen Konzept zur sichtbaren Form zeigt sich im Exterieur.
Design und Exterieur – Aerodynamische Last, Struktur und Luftführung
Das Exterieur der Edizione Nino Farina ist kein rein ästhetisches Statement. Jede Form steht im Zusammenhang mit dem Luftstrom, der entlang der 4.662 Millimeter langen Karosserie geführt wird. Die Carbon-Außenhaut reduziert Gewicht und ermöglicht definierte Belastungszonen, die hohe Geschwindigkeiten stabilisieren. Der Aufbau des Fahrzeugs kombiniert breite Spur, niedrige Dachlinie und reduzierte Stirnfläche, wodurch Luftwiderstand und Auftriebsverhalten optimiert werden.
Die Sonderlackierung verbindet mehrere Schichten eines tiefen Blaus mit klar gesetzten Goldlinien. Diese Details folgen den Karosserieformen exakt und betonen die aerodynamischen Übergänge zwischen Haube, Flanken und Heck. Das Farbschema dient als visuelles Leitmotiv der Edition und verweist auf die Motorsportgeschichte, ohne die aerodynamische Effizienz zu beeinflussen.
Die Front kombiniert schmale LED-Lichtmodule mit großen Lufteinlässen. Deren interner Aufbau ist funktional segmentiert: Ein oberer Kanal versorgt den Kühlkreislauf der Batterie, während ein unterer Bereich Luft über den Unterboden führt. Der aktive Frontsplitter nimmt unterschiedliche Winkel ein und verändert damit den Abtriebsdruck an der Vorderachse. Die Strömung wird präzise gebündelt, um die Reaktionsgeschwindigkeit der Lenkung bei hohen Geschwindigkeiten stabil zu halten.
Am Heck setzt der aktive Flügel die aerodynamische Ausrichtung fort. Bei gerader Fahrt liegt er flach im Luftstrom. Bei hoher Verzögerung klappt er schlagartig in eine steile Position und arbeitet als Luftbremse. Der große Diffusor im unteren Heckbereich nutzt den entstehenden Unterdruck, um die Hinterachse zusätzlich auf die Straße zu drücken. Die gesamte Aerodynamik ist darauf ausgelegt, hohe Querkräfte aufzubauen und dem Fahrzeug auch jenseits von 250 km/h Stabilität zu verleihen.
Antriebseinheit – Viermotoren-Layout, Inverterleistung und Momentenverteilung
Die Edizione Nino Farina arbeitet mit vier permanent erregten Synchronmaschinen, die einzeln angesteuert werden. Jede Maschine liefert ihre Leistung über einen eigenen Inverter aus Karbongehäusen, die thermisch isoliert in den Radnähebereich integriert wurden. Die Gesamtausgabe erreicht 1.900 PS, und das maximale Drehmoment liegt bei 2.340 Nm. Diese Werte stehen nahezu sofort zur Verfügung, da das elektrische System nicht auf Gangstufen angewiesen ist.
Die Performance zeigt sich beim Sprint: weniger als zwei Sekunden bis 100 km/h, rund fünf Sekunden bis 200 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit, die die 350-km/h-Marke überschreitet. Die Elektromotoren arbeiten mit hoher Drehzahlfestigkeit, sodass die Leistungsabgabe linear bleibt und die Beschleunigung kaum nachlässt.
Die Kraftübertragung erfolgt über ein präzises Torque-Vectoring-System. Jeder Motor kann getrennt geregelt werden, wodurch Radschlupf aktiv kontrolliert wird. Das System misst permanent Grip, Fahrbahnbelag und Lenkbewegungen. Es passt die Momentenverteilung pro Rad an, sodass die Traktion stabil bleibt und das Fahrzeug in Kurven mit hoher Geschwindigkeit kontrolliert werden kann.
Das Zusammenspiel der vier Motoren verbessert die Gewichtsverteilung. Da keine zentrale Kurbelwelle oder Getriebegehäuse erforderlich sind, konnten die Motoren nahe an den Rädern platziert werden. Die niedrige Lage der Batterie zwischen den Achsen senkt den Schwerpunkt und verbessert die Balance, insbesondere bei starker Beschleunigung.
Batteriesystem – 120-kWh-T-Layout, Zellkühlung und Leistungsstabilität
Die Batterie besitzt eine T-förmige Struktur, die sich entlang der Fahrzeugmitte und hinter die Sitzposition erstreckt. Die Kapazität beträgt 120 kWh, verteilt auf mehrere Zellmodule, die von Carbongehäusen geschützt werden. Die Zellen sind mit direkten Kühlplatten verbunden, die ihre Temperaturen innerhalb enger Toleranzen halten.
Die Reichweite beträgt im WLTP-Zyklus bis zu 476 Kilometer, wobei das Fahrzeug mehrere Energiemodi kennt. Im Leistungsmodus priorisiert das System maximale Stromabgabe. Die Wärmeentwicklung steigt, doch das Kühlsystem gleicht diese Belastung über getrennte Kreisläufe aus. Ein interner Pumpenverbund transportiert das Kühlmedium mit hoher Geschwindigkeit an die relevanten Stellen.
Die Ladeleistung ermöglicht schnelle Gleichstromladungen. Das Batteriemanagement überwacht Zellspannung, Temperatur und Ladeströme einzeln. Bei hoher Beanspruchung reduziert das System die Leistung gezielt in Bereichen, die thermisch stark ausgelastet sind, um dauerhaft stabile Werte zu halten.
Die Batterie trägt zur Fahrzeugstruktur bei. Ihre Gehäuseplatten sind so ausgeführt, dass sie die Torsionssteifigkeit des Monocoques erhöhen. Dadurch entsteht ein kompakter Grundkörper, in dem Motoren, Achsen und Fahrwerksteile präzise arbeiten können. Die Verwindungssteifigkeit ist ein entscheidender Faktor für das direkte Lenkgefühl und die hohe Querdynamik.
Fahrwerk, Bremsanlage und Achsgeometrie – Dynamik unter Last
Die Edizione Nino Farina arbeitet mit adaptiven Dämpfern, deren Ventile über elektromagnetische Stellglieder geregelt werden. Die Reaktionszeit liegt im Millisekundenbereich, wodurch das System selbst kleinste Unebenheiten unmittelbar ausgleicht. Die Sensorik erfasst vertikale Beschleunigungen, Rollwinkelverschiebungen und Nickimpulse und passt die Dämpferkraft pro Rad an. Dieser präzise Regelalgorithmus reduziert Aufbaubewegungen spürbar und hält die Karosserie in schnellen Richtungswechseln konstant in Balance. Die tiefe Sitzposition, die eng an das Monocoque gekoppelt ist, verstärkt diese Stabilität zusätzlich.
Die Bremsanlage nutzt 390-Millimeter-Karbon-Keramik-Scheiben mit hoher Silikatstruktur, die für maximale Temperaturresistenz ausgelegt sind. Das Material ermöglicht kurze thermische Regenerationszeiten, wodurch die Verzögerungsleistung auch nach wiederholten Vollbremsungen konstant bleibt. Die interne Kanalisierung der Scheiben fördert den Luftstrom und reduziert den Wärmestau an den Sätteln. Die Rekuperation ergänzt das System, indem sie bereits beim leichten Lösen des Fahrpedals Energie zurückführt und so die mechanischen Bremskomponenten schont. In der Praxis führt diese Kombination zu stabilen Bremswegen selbst bei Geschwindigkeiten oberhalb der 300-km/h-Marke.
Die Achsgeometrie wurde so abgestimmt, dass das hohe Gesamtgewicht kaum als Masse spürbar wird. Leichtmetall-Querlenker mit integrierten Carbonverstärkungen minimieren Flex und halten die Radführung klar definiert. Der Sturz ändert sich im Einfedern nur minimal, was besonders in schnellen Kurven für eine konstante Aufstandsfläche sorgt. Der große Reifenquerschnitt erhöht die Seitenführungskräfte, während die breite Spur das Fahrzeug flach in die Kurve drückt. Die Gesamtbalance des Setups verbessert das Lastwechselverhalten und verhindert unruhige Reaktionen in engen Kurvenfolgen.
Die Lenkung besitzt eine direkte Übersetzung, die bewusst sportlich gewählt wurde. Der elektromechanische Servomotor erzeugt ein präzises Feedback, ohne künstliche Filter. In Kombination mit dem Torque-Vectoring kann das System bereits beim Anlenken zusätzliche Momente auf das kurvenäußere Rad geben und so die Kurvenlinie aktiv unterstützen. Diese Vorgehensweise reduziert Untersteuern im Ansatz und sorgt dafür, dass das Fahrzeug beim Richtungswechsel stabil bleibt. Die Übergänge zwischen Einlenken, Halten und Herausbeschleunigen wirken strukturell geschlossen und ohne abrupte Kräfteverlagerung.
Das gesamte Fahrwerk wurde auf hohe Geschwindigkeit abgestimmt, ohne Traktion auf schlechteren Straßen zu verlieren. Die Dämpfer arbeiten mit variabler Kennlinie, wodurch sie sich automatisch an rauen Asphalt, wellige Oberflächen oder schnelle S-Kurven anpassen. Die elastokinematische Auslegung der Lager hält das Fahrzeug in der Vertikaldynamik ruhig und verhindert, dass der Aufbau unkontrolliert nachschwingt. Dadurch bleibt die Edizione Nino Farina auch auf schmalen oder ungleichmäßigen Strecken kontrollierbar und vermittelt ein präzises, belastbares Sportwagengefühl.
Innenraum – Materialtechnik, Fahrposition und Editionselemente
Der Innenraum kombiniert leichte Strukturen mit hochwertigen Materialien. Die Sitze bestehen aus Carbonrahmen und werden je nach Konfiguration mit Leder oder Alcantara überzogen. Die Polsterung ist direkt an der Rückenstruktur orientiert, wodurch die Sitzposition fest und fahrdynamisch günstig bleibt. Die tiefe Position zwischen den Achsen vermittelt das Gefühl eines zentralen Cockpits.
Die Bedienung folgt einer klaren Struktur. Zwei Displays bilden die wichtigsten Informationen ab. Das linke bezieht sich auf Geschwindigkeit, Lastzustände und Batteriewerte. Das rechte zeigt Navigation, Fahrzeugstatus und Konfigurationen. Dazwischen befindet sich ein kleineres Performance-Display, das Echtzeitinformationen wie Temperaturkurven, Inverterdaten oder Momentenverteilung liefert.
Die Edizione Nino Farina erhält individuelle Embleme, Nummerierungen und farbliche Akzente, die die Verbindung zur Motorsportgeschichte verstärken. Die Kombination aus Blau und Gold setzt sich im Innenraum fort. Metallteile, Schalter und Applikationen bestehen aus Aluminium oder Carbon, je nach Konfiguration.
Die Geräuschkulisse entsteht künstlich aus Frequenzen der Elektromotoren. Ein spezielles Soundmodul generiert ein harmonisches, technisch geprägtes Klangbild, das Last und Geschwindigkeit abbildet. Die Tonalität verändert sich je nach Fahrmodus. Sie bleibt funktional und unterstützt die Orientierung während starker Beschleunigungsphasen.
Technologische Systeme – Elektronik, Sensorik und aerodynamische Steuerung
Das elektronische Nervensystem der Edizione Nino Farina basiert auf einer verteilten Steuerarchitektur, die mehrere Hochleistungs-ECUs miteinander vernetzt. Jede Einheit übernimmt klar definierte Funktionsbereiche und liefert ihre Daten über ein latenzarmes Bussystem an den zentralen Fahrzeugcontroller. Die Sensorik umfasst Temperaturfühler an Inverterstrecken, Drucksensoren an aerodynamischen Bauteilen und präzise Messmodule für Neigungswinkel, Beschleunigung und Fahrbahngriffigkeit. Die Datenpunkte werden mit hoher Abtastrate erfasst, sodass das System selbst bei schnellen Lastwechseln keine Verzögerung zeigt.
Die aerodynamische Steuerung nutzt diese Daten unmittelbar. Der aktive Heckflügel arbeitet mit mehreren Stellmotoren, die sowohl den Winkel als auch die Reaktionsgeschwindigkeit situativ anpassen. Bei hoher Bremslast entsteht ein sofortiger Stellimpuls, der den Flügel in eine steile Luftbremsenposition bringt. Der Frontsplitter verfügt über ein enges Stellfenster und verändert seine Position minimal, um den Druckpunkt der Vorderachse zu stabilisieren. Diese Feinabstimmung sorgt dafür, dass die Lenkung selbst bei Geschwindigkeiten über 250 km/h kontrollierbar bleibt.
Die internen Aerodynamik-Algorithmen basieren auf einer Vielzahl an Referenzwerten, die während Testläufen gesammelt wurden. Sie berücksichtigen Strömungsabrisse, Seitenwindimpulse und die Position des Fahrzeugs im Raum. Das Ziel ist eine gleichmäßige Abtriebsverteilung über beide Achsen, unabhängig von Geschwindigkeit oder Fahrbahnzustand. Die Software balanciert den Luftstrom aktiv aus und regelt auftretende Instabilitäten, bevor sie für den Fahrer spürbar werden.
Das Infotainmentsystem läuft auf einer separaten Hardwareschicht, um Rechenlast und Fahrdynamikprozesse voneinander zu isolieren. Die Navigation nutzt Höhenprofile und Echtzeit-Karten, die Energiebedarf und Bremsstrategie unterstützen. Der Bordcomputer verarbeitet die Performance-Daten der vier Motoren und der 120-kWh-Batterie simultan und wird über ein eigenes Kühlsystem stabil temperiert. Over-the-Air-Updates ermöglichen nicht nur Softwareanpassungen, sondern auch Feineinstellungen an Einstellungen für Aerodynamik und Energiefluss.
Die elektrische Basisversorgung des Fahrzeugs besteht aus einer redundanten 12-Volt-Architektur. Kritische Steuergeräte verfügen über unabhängige Stromkreise, die im Fall einer Störung automatisch übernehmen. Das Hochvoltsystem überwacht kontinuierlich Spannungsabweichungen, Isolationswerte und Temperaturgradienten der Zellmodule. Bei Unregelmäßigkeiten trennt es betroffene Bereiche über integrierte Schalter, sodass die übrigen Systeme stabil weiterlaufen. Diese Struktur gewährleistet, dass die Edizione Nino Farina auch unter maximaler Last betriebssicher bleibt und ihre volle Performance abrufbar hält.
Limitierung, Identität und Marktposition
Die Edizione Nino Farina entsteht in geringer Stückzahl. Die limitierte Produktion hebt die Edition aus dem Serienmodell heraus und schafft einen klaren Sammlerwert. Jedes Fahrzeug trägt eine Nummer, die die Zugehörigkeit dokumentiert und den exklusiven Charakter sichtbar macht.
Hypercars im Elektrosegment bilden ein kleines Feld. Mit 1.900 PS, 2.340 Nm, vier Elektromotoren und über 350 km/h Höchstgeschwindigkeit positioniert sich der Battista weit oben in dieser Kategorie. Die Limitierung verstärkt den Anspruch, ein technisch herausragendes Objekt mit klarer Identität zu schaffen.
Die Edizione Nino Farina verbindet Motorsportästhetik mit elektrischer Höchstleistung. Die technischen Lösungen der Aerodynamik, die präzise Momentenverteilung, die Carbonstruktur und die 120-kWh-Batterie bilden ein System, das maximale Leistung in kontrollierter Form liefert. Die Edition setzt eine eigene Signatur innerhalb der Modellfamilie und definiert einen klaren Schwerpunkt auf Performance, Exklusivität und sportliche Linienführung.
Das Zusammenspiel aus Technologie, Material und historischer Referenz macht die Edizione Nino Farina zu einem Hypercar, das sowohl fahrdynamisch als auch technisch eine separate Position einnimmt.
Die Verbindung aus Rennhistorie und elektrischem Antrieb schafft eine neue Kategorie sportlicher Hochleistungsfahrzeuge, deren Konstruktion auf das Maximum der verfügbaren Technologie ausgerichtet ist.