Pagani Huayra Codalunga Speedster - Heck- und Seitenansicht - bei Aktuelle Auto News
Pagani Huayra Codalunga Speedster - Front- und Seitenansicht - bei Aktuelle Auto News
Pagani Huayra Codalunga Speedster - Seitenansicht - bei Aktuelle Auto News
Pagani Huayra Codalunga Speedster - Vogelperspektive - bei Aktuelle Auto News
Pagani Huayra Codalunga Speedster - Innenraum Cockpit - bei Aktuelle Auto News
Pagani Huayra Codalunga Speedster - Innenraum Sitze - bei Aktuelle Auto News

Pagani Huayra Codalunga Speedster

Zehn Stück. Volle Gewalt.

Der Pagani Huayra Codalunga Speedster ist ein absolutes Hochleistungsgerät.

Offen gebaut, brutal präzise und auf das Wesentliche reduziert. Horacio Pagani nimmt alles weg, was nicht zwingend gebraucht wird, streckt die Karosserie, zieht die Linie straff und lässt nur das übrig, was Geschwindigkeit bringt.

Maserati MC20 - Vogelperspektive

Pagani Huayra Codalunga Speedster
Pagani Huayra Codalunga Speedster – Seitenansicht

Die Inspiration kommt von den Rennwagen der 50er- und 60er-Jahre, einer Zeit, in der Autos noch schnell sein mussten, weil sie es konnten – nicht, weil sie es behaupteten. Optisch wirkt der Speedster fast ruhig, fast zurückhaltend. Technisch ist er das Gegenteil. Unter der langen Haube arbeitet ein V12, der keine Kompromisse kennt und jede Bewegung des rechten Fußes unmittelbar umsetzt.

Konzept und Idee

Der Codalunga Speedster ist als offene Interpretation jenes Coupés gedacht, das beim Concorso d’Eleganza Villa d’Este 2023 einen Design Award holte. Pagani nimmt diese Auszeichnung nicht als Endpunkt, sondern als Startpunkt für eine noch konsequentere Linie, die den Blick am Auto entlangzieht, statt ihn an Kanten hängen zu lassen. Der Speedster will visuelle und formale Leichtigkeit erzeugen, ohne dabei den technischen Anspruch zu verwässern. Die Botschaft ist klar: Das Auto soll wirken wie aus einem Guss, wie ein Objekt, das durch Luft und Licht gezeichnet wird, nicht durch Aufsätze.

Genau deshalb wird hier von Anfang an an der Silhouette gearbeitet, an der Streckung, an der Reduktion sichtbarer Eingriffe in die Form. Die gesamte Erzählung zielt auf ein Hypercar als Ausdruck von essential beauty: rein, leicht, fluid. Diese Begriffe sind bei Pagani nie reine Poesie, sie sind Designauftrag und Fertigungsauftrag zugleich.

Linienführung, Fensterhöhe, Dachkonzept, Luftführung, Oberflächenfinish und Innenraumtexturen folgen derselben Leitidee. Es entsteht ein Auto, das nicht nach kurzfristigem Trend aussieht, sondern nach einer sehr bewussten, zeitlosen Entscheidung. Dazu passt, dass jede der zehn Einheiten aus einem direkten Dialog mit dem Kunden geformt wird, nicht aus einem Konfigurator-Klick.

Profil und Proportionen

Der erste Eindruck lebt von Länge und Ruhe. Jede Oberfläche ist so modelliert, dass die Silhouette gestreckt wirkt und die optische Masse abnimmt. Die Scheibe sitzt niedriger, die Seitenfenster sind niedriger und sanfter gekrümmt, der hintere Abschluss der Seitenscheiben ist weich gerundet und erinnert an Nachkriegs-Prototypen.

Diese Entscheidungen bringen Geschwindigkeit ins Bild, ohne aggressiv zu wirken, weil die Form nicht mit Härte arbeitet, sondern mit Fluss. Gleichzeitig entsteht eine Speedster-Logik, die das Auto schlanker erscheinen lässt und die Aufmerksamkeit auf die Linie von vorn nach hinten lenkt.

Pagani bleibt beim Prinzip der sauberen, durchgehenden Form. Türen mit klassischer Öffnung sind kein Retro-Gag, sie sind Teil der Essentiality-Philosophie, weil sie die Form ruhig halten. Luft wird über integrierte Lösungen geführt, nicht über sichtbare Öffnungen.

Maserati MC20 - Vogelperspektive

Pagani Huayra Codalunga Speedster
Pagani Huayra Codalunga Speedster – Innenraum Cockpit

Front: Lichtgravur und Millimeterarbeit

Vorn beginnt die visuelle Reise mit Scheinwerfern, die wie in die Karosserie eingraviert wirken. Das ist nicht nur Optik, das ist die Art, wie Pagani Licht in Form integriert, statt es als separates Element zu behandeln. Der Stoßfänger mit integriertem Splitter kanalisiert Luft mit millimetergenauer Präzision, so wird aus Design eine Funktionsebene.

Die Front arbeitet nicht mit lauten Lufteinlässen, sie arbeitet mit Führung, mit Strömung, mit sauberen Übergängen. Die niedrigere, weichere Windschutzscheibe zieht den Blick nach hinten und macht das Auto optisch schlanker.

Der Übergang von Scheibe zu Seitenlinie ist so gestaltet, dass er den Eindruck einer geschlossenen Bewegung erzeugt. Das passt zur Grundidee, aerodynamische Add-ons zu reduzieren und stattdessen die Grundform selbst strömungsgünstig zu machen.

Dach, Hardtop und Tropfenform

Das Dach ist beim Speedster ein eigener Entwurf, kein Aufsatz. Wenn es montiert ist, entsteht eine saubere, ununterbrochene Linie von der Nase bis zum Heck, wie ein einziger, langer Pinselstrich. Von oben erinnert die Dachform an einen Tropfen, betont durch die seitlichen Pfeiler.

Dieser Blick von oben ist bei Pagani immer ein Indikator für Reife, weil er zeigt, ob ein Auto als Volumen funktioniert, nicht nur als Seitenansicht. Der transparente Bereich aus Polycarbonat reduziert Gewicht, ohne die Steifigkeit zu kompromittieren.

Hier steckt ein sehr moderner Materialgedanke in einem klassischen Speedster-Thema. Das Dachkonzept schafft zwei Charaktere: offen als Speedster-Statement, geschlossen als aerodynamisch sauberes Longtail-Objekt.

Heck: schwebendes Licht, Technik-Signatur

Das Heck zieht die gestreckte Linie konsequent zu Ende. Die Heckhaube betont die streamlined Tail-Idee, der Stoßfänger integriert Diffusor und zwei aerodynamische Finnen. Rückleuchten wirken wie schwebend, als wären sie vom Luftstrom getragen, nicht von einem schweren Bauteil eingerahmt.

Dieses Spiel mit Leichtigkeit ist bei Pagani immer doppelt codiert: Es ist visuell leicht, und es ist zugleich ein Hinweis darauf, dass Gewicht und Funktion ernst genommen werden. Besonders markant ist das neue Sechsfach-Abgassystem.

Unten liegen Titanrohre, oben sitzen keramisch beschichtete Auslässe, technisch und optisch klar getrennt, trotzdem als Einheit lesbar. Der Roll Bar ist nicht nur Sicherheitsarchitektur, er ist ein Gestaltungsstatement, das die Außenfarbe in den Innenraum weiterzieht.

Aerodynamik ohne Show-Appendages

Die Philosophie des Projekts ist stark geprägt von der Idee, Anbauteile zu entfernen und die Grundform selbst arbeiten zu lassen. Seitenluftöffnungen und sichtbare Aero-Appendages werden reduziert, Luft wird über versteckte naca ducts im flachen Unterboden geführt.

Das wirkt auf den ersten Blick ruhig, ist in der Umsetzung hochkomplex, weil unsichtbare Luftwege sehr exakt dimensioniert sein müssen. CFD-Simulationen verfeinern Radhauskrümmungen und Haubenfluidität.

So wird die aerodynamische Last zwischen Vorder- und Hinterachse ausgewogen verteilt. Ergebnis ist weniger Widerstand und eine Performance, die nicht auf dramatische Flügeloptik angewiesen ist.

Innenraum: Handwerk, Material, Couture-Stich

Innen arbeitet der Codalunga Speedster mit einer Atmosphäre, die an die 1960er erinnert, ohne nostalgisch zu wirken. Semi-matte Oberflächen, ruhige Töne, eine Materialauswahl, die nicht glänzen muss, um teuer zu sein. Gehammerte und handgenähte Leder lassen sich in Typen und Finishes kombinieren.


Solid-milled Metallelemente wirken wie kleine Skulpturen, nicht wie Teile aus einem Teilekatalog. Das Lenkrad und der Schaltknauf greifen Classic-Racing-Geist auf, mit Carbonfaser-Rahmen, Mahagoni-Insert und handgehämmerten, polierten Alu-Nieten.

Ein definierendes Element ist der exklusive Stoff aus einer Stickerei, die ursprünglich für Haute Couture entwickelt wurde. Jeder bestickte Bereich besteht aus über 450.000 einzelnen Stichen, alles von Hand umgesetzt.

Antrieb: 864 PS, 1.100 Nm, V12 mit AMG-Wurzeln

Unter der Haube sitzt der 60-Grad Pagani V12 mit 5.980 cm³ Hubraum, twin-turbo, exklusiv zusammen mit Mercedes-AMG entwickelt. Leistung: 864 HP beziehungsweise 635 kW bei 6.000 rpm. Drehmoment: 1.100 Nm, ab 2.800 rpm verfügbar.

Die Kraftübertragung übernimmt ein 7-Gang-Transaxle-Getriebe, Pagani by Xtrac, quer eingebaut, verfügbar als AMT oder als reines manuelles Setup. Diese Wahlmöglichkeit ist ein Statement, weil sie zwei Charaktere erlaubt.

Der Antrieb bleibt klassisch auf Rear-wheel drive fokussiert. Dazu passt der Titan-Sechsfach-Auspuff, der Gewicht reduziert und den Sound als unverwechselbare Signatur in den Raum stellt.

Chassis: Carbo-Titanium, Carbo-Triax, neue Monocoque-Basis

Die Struktur basiert auf einer Carbo-Titanium HP62-G2 und Carbo-Triax HP62 Monocoque. Diese Kombination steht für Steifigkeit und Leichtbau als simultanen Auftrag, nicht als Kompromiss. Der Speedster nutzt eine vollständig neue Monocoque-Struktur, das ist ein entscheidender Punkt, weil offene Fahrzeuge andere Anforderungen an Torsionssteifigkeit und Lastpfade haben.

Pagani adressiert das nicht mit Zusatzgewicht, sondern mit Material- und Strukturintelligenz. Genau hier zeigt sich die Handschrift von Grandi Complicazioni: technische Lösungen werden nicht verschleiert, sie werden als Kern der Identität behandelt. Die Struktur des Autos liefert die Grundlage für Präzision und Sicherheit.

Das Trockengewicht liegt bei 1.270 kg, eine Zahl, die in dieser Leistungsklasse eine klare Aussage ist. Länge: 4.912 mm, Breite: 2.050 mm, Höhe: 1.174 mm, Radstand: 2.795 mm. Diese Proportionen erklären den Longtail-Eindruck, die breite Präsenz und die flache, gespannte Haltung.

Fahrwerk: aktive Dämpfung, Doppelquerlenker, Schmiedeteile

Das Fahrwerk setzt auf doppelte Querlenker vorn und hinten, unabhängig, aus geschmiedeter Aluminiumlegierung. Variable-rate springs und koaxiale, aktive Stoßdämpfer sorgen dafür, dass das Auto nicht in einem einzigen Setup festgefroren ist. Es kann sich an Bedingungen anpassen, ohne das Gefühl von Präzision zu verlieren.

Diese Kombination ist auf Harmonie ausgelegt, nicht auf nervöse Härte. Das Ziel ist ein Fahrverhalten, das responsiv bleibt und trotzdem die Linie des Autos in der Bewegung fortsetzt. Aktive Suspension ist bei Pagani keine Spielerei, sie ist Teil des Anspruchs, Technik und Ästhetik auszubalancieren.

Ein Speedster mit dieser Leistung braucht Kontrolle, nicht nur Grip, und Kontrolle entsteht über Geometrie, Dämpfung und Lastwechselmanagement. Genau das beschreibt die gewollte Driving Experience als präzise, responsiv und harmonisch.

Bremsen und Räder: Brembo-Carbonkeramik, Avional, Trofeo R

Die Bremsanlage ist eine Pagani by Brembo Carbon-Ceramic-Konfiguration, ausgelegt auf hohe Stabilität unter Belastung. Vorn arbeiten 410 × 38 mm Scheiben mit 6-Kolben-Monoblock-Sätteln, hinten 390 × 34 mm Scheiben mit 4-Kolben-Sätteln. Diese Dimensionen sind nicht Dekoration, sie sind der technische Gegenpart zu 864 PS und 1.100 Nm.

Bremsleistung muss nicht nur stark sein, sie muss wiederholbar sein, präzise dosierbar und thermisch stabil. Genau das ist die DNA solcher Systeme. Bei den Rädern kommen monolithische Avional-Felgen zum Einsatz, vorn 20 Zoll, hinten 21 Zoll.

Bereifung: Pirelli Trofeo R, vorn 265/30 R20, hinten 355/25 R21. Diese Kombination ist kompromisslos auf Grip und Präzision ausgelegt und spricht eine klare Sprache in Richtung Fahrdynamik.

Limitierung, Homologation, Auslieferung

Nur zehn Exemplare werden gebaut, fully homologated for road use worldwide. Diese weltweite Straßenzulassung ist bei einem derart exklusiven Projekt ein großer Schritt, weil sie Engineering, Emissions- und Sicherheitsanforderungen nicht als Nebenkriegsschauplatz behandelt, sondern als integralen Teil des Projekts.


Auslieferungen sind ab 2026 geplant, die Ankündigung datiert auf den 8. Juli 2025 in San Cesario sul Panaro. Damit ist der Zeitrahmen klar: Es geht nicht um ein Showcar, es geht um ein reales Kundenfahrzeug, das die Straße als Bühne nutzt.

Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 350 km/h elektronisch limitiert, ein Wert, der den Anspruch der Plattform unterstreicht und gleichzeitig den Fokus auf Stabilität und Balance sichtbar macht.

Pagani Grandi Complicazioni: warum dieses Auto so entsteht

Grandi Complicazioni steht bei Pagani für Projekte, die die Grenzen klassischer Fertigungslogik sprengen. Der Begriff kommt aus der Haute Horlogerie, wo „Grandes Complications“ für besonders komplexe Uhrwerke stehen, die nur wenige beherrschen. Pagani überträgt dieses Prinzip auf Hypercars, die Zeit, Sorgfalt und seltenes Know-how verlangen.

Diese Autos entstehen nicht durch Standardprozesse, sie entstehen durch Handarbeit, Spezialwissen, Materialbeherrschung und den Willen, Dinge zu bauen, die in dieser Form kaum jemand anfassen kann. Der Huayra Codalunga Speedster ist genau daraus geboren: aus Zuhören, aus einem Dialog, aus einer persönlichen Idee von Schönheit, die in Technik gegossen wird.

Maserati MC20 - Vogelperspektive

Pagani Huayra Codalunga Speedster
Pagani Huayra Codalunga Speedster – Heck- und Seitenansicht

Formen, Materialien, Farben und Finishes werden nicht als Nachgedanke behandelt, sondern als identitätsstiftende Schichten.

So wird aus einem Fahrzeug ein Unikat mit klarer Herkunft und gleichzeitig individueller Handschrift.

Ähnliche Beiträge passend zu Allgemein

Maserati MCPura Cielo
| Sportwagen
Aston Martin Valour
| Sportwagen