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Mercedes-AMG ONE

Motorsport in seiner reinsten Form

Es gibt Fahrzeuge, die faszinieren durch Leistung. Und es gibt den Mercedes-AMG ONE, der Leistung neu definiert.

Dieses Auto ist kein weiterer Hypersportwagen, sondern eine technische Erklärung, wie weit Ingenieurskunst gehen kann, wenn keine Grenzen gesetzt werden. Entwickelt in Affalterbach und Brixworth – dort, wo sonst Formel-1-Motoren entstehen – verbindet der ONE Rennstrecken-DNA mit Straßenzulassung.

Maserati MC20 - Vogelperspektive

Mercedes-AMG ONE
Mercedes-AMG ONE – Front- und Seitenansicht

Was in 2017 als Konzept begann, wurde 2024 zur Realität. Nach Jahren der Abstimmung, thermischer Simulationen und Softwaretests steht das Ergebnis auf eigener Achse: ein Hybrid-V6 mit vier Elektromotoren, 800-Volt-System und einer Leistung, die in Zahlen kaum greifbar ist – 1.063 PS. Dieses Fahrzeug ist nicht das Produkt eines Trends, sondern der logische Höhepunkt einer technischen Entwicklung, die direkt aus dem Motorsport kommt.

Am Nürburgring hat der Mercedes-AMG ONE bewiesen, dass Theorie und Praxis verschmelzen können. 6 Minuten, 35,183 Sekunden – schneller als jedes andere straßenzugelassene Auto zuvor. Der Pilot: Maro Engel. Die Strecke: 20,832 Kilometer. Das Ergebnis: ein Beweis dafür, dass Hybridtechnik nicht als Brückentechnologie taugt, sondern als Zukunftsformel für kompromisslose Performance.

Hybrid-V6 – Kraft aus zwei Welten

Im Herzen des ONE arbeitet ein 1,6-Liter-V6-Turbomotor, der direkt von der Formel 1 abstammt. 574 PS liefert dieser Verbrenner allein, und das bei bis zu 11.000 Umdrehungen pro Minute. Diese Drehzahlen sind im Straßenverkehr einzigartig. Klassische Ventilfedern wurden durch pneumatische Steuerung ersetzt, damit der Motor die Belastungen eines F1-Aggregats im Dauerbetrieb aushält.

Doch der Verbrenner ist nur die halbe Geschichte. Vier Elektromotoren ergänzen das System: Einer mit 163 PS treibt die Kurbelwelle an, ein zweiter mit 122 PS sitzt am Turbolader, zwei weitere mit je 163 PS versorgen die Vorderachse. Zusammen ergibt das 782 kW Systemleistung. Kein anderes Hybridfahrzeug nutzt die elektrische Energie so aktiv, um Ansprechverhalten und Drehmoment exakt zu steuern.

Das Resultat: kein Turboloch, kein Leistungsloch, keine Verzögerung. Der elektrisch unterstützte Turbolader hält den Druck permanent hoch, selbst beim Lupfen des Gaspedals. Die Vorderräder greifen sofort, das Torque-Vectoring verteilt die Leistung millisekundengenau. Jeder Gasstoß wird zu einem präzisen Befehl, den das Fahrzeug ohne Umwege umsetzt.

Die Batterie ist mehr als ein Energiespeicher. Mit 8,4 kWh Kapazität, 800-Volt-Technik und Flüssigkühlung jeder Zelle arbeitet sie auf dem gleichen Temperaturfenster wie in der Formel 1: konstant bei etwa 45 Grad. Das erlaubt maximale Leistungsabgabe ohne thermische Verluste. Selbst bei wiederholten Vollgasphasen bleibt das System stabil, weil jedes Watt kontrolliert fließt.

Maserati MC20 - Vogelperspektive

Mercedes-AMG ONE
Mercedes-AMG ONE – Heckansicht

Beschleunigung ohne Kompromiss

Der Mercedes-AMG ONE zeigt, wie sich rohe Kraft kontrollieren lässt. Von 0 auf 100 km/h in 2,9 Sekunden, 200 km/h in sieben Sekunden, 300 km/h in 15,6 Sekunden. Werte, die mehr an Le-Mans-Prototypen erinnern als an ein straßenzugelassenes Fahrzeug. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 352 km/h, begrenzt nicht durch Leistung, sondern durch Aerodynamik und Reifenphysik.

Doch Zahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Entscheidend ist die Art, wie diese Beschleunigung erlebt wird. Kein Aufheulen, kein Nachdenken des Antriebs. Nur unmittelbare Reaktion. Der Hybrid-V6 und die E-Maschinen wirken wie ein einziger, synchronisierter Mechanismus. Die Energieflüsse werden in Millisekunden gesteuert, damit sich die 1.063 PS linear entfalten.

Das Getriebe ist eine Neuentwicklung – ein 7-Gang-Speedshift-Getriebe mit manuell schaltbarer Steuerung. Es überträgt die Leistung des Verbrenners direkt an die Hinterräder, während die Vorderräder elektrisch regeln. Der Antrieb ist so präzise, dass selbst bei Teillast jede Bewegung des rechten Fußes spürbar in der Traktion ankommt.

Im rein elektrischen Modus fährt der ONE bis zu 18 Kilometer weit. Eine Zahl, die kaum beeindruckt – aber sie zeigt, dass selbst ein Hypersportwagen emissionsfrei rollen kann, wenn er will. Das Hybridkonzept steht nicht für Verzicht, sondern für maximale technische Flexibilität.

Aerodynamik als Ingenieurkunst

Jede Linie des Mercedes-AMG ONE hat eine Aufgabe. Der Wagen ist 4.763 Millimeter lang, 2.010 Millimeter breit und nur 1.261 Millimeter hoch. Das Karbon-Monocoque bildet das Rückgrat der Konstruktion, ergänzt durch Aluminiumverstärkungen an den Crashzonen. Mit 1.695 Kilogramm Leergewicht bleibt der ONE erstaunlich leicht für ein Fahrzeug mit vier Elektromotoren und Batterie.

Die Aerodynamik ist aktiv. Verstellbare Luftklappen, variable Kanäle und ein mehrstufiger Heckflügel erzeugen in Kombination bis zu 600 Kilogramm Abtrieb bei 250 km/h. Der Unterboden besteht aus einem durchgehenden Carbon-Panel mit Diffusor, das für Unterdruck sorgt. Jede Luftströmung wird berechnet, jede Öffnung hat eine Funktion.

Im Race-Plus-Modus senkt sich das Fahrzeug um 37 Millimeter vorn und 30 Millimeter hinten ab. Der Luftwiderstand wird gleichzeitig reduziert, um die Balance zwischen Grip und Endgeschwindigkeit zu halten. Der Dachlufteinlass versorgt den V6 mit Frischluft, während die markante Finne die Seitenstabilität bei über 300 km/h verbessert.

Selbst die Räder sind Teil der Aerodynamik. Schmiederäder in 19 Zoll vorn und 20 Zoll hinten, mit Carbon-Caps auf der Außenseite, minimieren Turbulenzen im Radhaus. Die Reifen stammen von Michelin – Pilot Sport Cup 2 R MO+ – und wurden speziell für den ONE entwickelt. Ihre Mischung erreicht nach wenigen Minuten Renntemperatur und bleibt stabil, auch bei extremen Querkräften.

Fahrwerk und Kontrolle

Das Fahrwerk ist ein Meisterstück der Mechanik. Eine vollaktive Multilink-Aufhängung ersetzt konventionelle Stabilisatoren. Feder- und Dämpfereinheiten sind querliegend angeordnet, um die Rollbewegungen getrennt zu steuern. Dadurch bleibt der ONE neutral, auch bei hohen Geschwindigkeiten und maximalem Lenkeinschlag.

Das adaptive Dämpfersystem reagiert in Millisekunden auf Veränderungen der Fahrbahn. Elektrohydraulische Ventile passen Druck und Härte permanent an. So bleibt das Fahrzeug stabil, selbst wenn die Aerodynamik zwischen Abtrieb und Luftwiderstand umschaltet. Bei 300 km/h liegt der Wagen ruhig, das Lenkgefühl bleibt präzise und unbelastet.

Die Servolenkung arbeitet elektrohydraulisch und liefert unverfälschte Rückmeldung. Der Fahrer spürt jedes Gramm Haftung an der Vorderachse. Auf der Rennstrecke ermöglicht das eine Linienwahl, die sich an professionellem Motorsport orientiert. Das Zusammenspiel von Torque-Vectoring, Traktionsregelung und aerodynamischer Balance sorgt für ein Maß an Kontrolle, das kein herkömmliches Fahrzeug erreicht.

Die Carbon-Keramik-Bremsanlage mit 398-Millimeter-Scheiben vorn und 380 Millimeter hinten arbeitet mit enormer thermischer Stabilität. Selbst nach mehreren Vollbremsungen bei über 300 km/h bleibt der Druckpunkt konstant. In Kombination mit der Energierückgewinnung der Elektromotoren entsteht ein Verzögerungsverhalten, das präzise dosierbar und reproduzierbar ist.

Innenraum – Kontrolle in Reinform

Der Innenraum des Mercedes-AMG ONE ist auf Funktion reduziert. Die Sitze sind fest im Monocoque integriert, aus Carbon gefertigt und nur dünn gepolstert. Statt der Sitze bewegt sich die Pedalerie, das Lenkrad ist elektrisch verstellbar. Fahrer und Beifahrer sitzen tief, fast liegend – wie in einem LMP1-Prototypen.

Zwei 10-Zoll-Displays dominieren das Cockpit. Das linke zeigt Geschwindigkeit, Energiefluss und Systemstatus, das rechte dient als zentrale Steuerung. Das Interface basiert auf MBUX, wurde aber für den ONE neu programmiert. Telemetriedaten, Batterietemperaturen, Aero-Zustände und GPS-basierte Rundenzeiten lassen sich in Echtzeit abrufen.


Das Lenkrad ist ein technisches Instrument. Flach, mit Drehreglern für Fahrmodi, DRS und Rekuperation. LED-Schaltanzeigen zeigen den optimalen Drehmomentbereich an, Aluminium-Schaltwippen steuern das sequenzielle Getriebe. Der Startknopf sitzt zentral, flankiert von Tasten für Launch Control und Energieverteilung.

Materialwahl und Verarbeitung folgen klarer Logik: Sichtcarbon, Aluminium und Alcantara. Türverkleidungen sind ultraleicht und mit Zugschlaufen versehen. Der Rückspiegel ist durch eine Kamera ersetzt, deren Bild auf ein Display übertragen wird. Das spart Gewicht und verbessert die Sicht nach hinten. Komfortausstattung? Fehlanzeige. Hier zählt Kontrolle, nicht Bequemlichkeit.

Akustik und Erlebnis

Der Klang des Mercedes-AMG ONE ist einzigartig. Der V6 kreischt metallisch bis 11.000 U/min, begleitet vom surrenden Klang der Elektromotoren. Beim Beschleunigen entsteht ein Tonbild, das eher an ein Flugzeug als an ein Straßenfahrzeug erinnert. Jedes Hoch- und Runterschalten, jede Rekuperationsphase ist akustisch spürbar.

Im Elektromodus rollt der ONE nahezu lautlos, doch im Race-Plus-Modus verwandelt er sich in ein akustisches Statement. Der Klang entsteht nicht aus Show, sondern aus der Mechanik selbst. Die präzise Ventilsteuerung, der Turbolader, die elektrischen Hilfsaggregate – alles arbeitet hörbar zusammen. Das Geräusch ist kein Nebeneffekt, sondern Teil der Identität dieses Hypersportwagens.

Fahrer berichten von einer körperlichen Erfahrung: Vibrationen, Druck, Klang – alles wirkt direkt. Der Mercedes-AMG ONE erzeugt nicht nur Geschwindigkeit, sondern Intensität. Diese Verbindung von Technik und Wahrnehmung ist selten geworden. Hier ist sie pur.

Produktion, Preis und Exklusivität

Der Mercedes-AMG ONE wird in Coventry bei Multimatic gefertigt. Jedes Fahrzeug entsteht in Handarbeit, unter direkter Aufsicht der AMG-Techniker. Der Aufbau dauert mehrere Wochen, die Endabnahme über 16 Stunden. Jedes Exemplar ist ein Einzelstück.

275 Fahrzeuge werden gebaut, nicht mehr. Der Preis liegt bei rund 2,75 Millionen Euro netto. Käufer werden individuell betreut, ihre Fahrzeuge personalisiert. Von der Sitzanpassung bis zur Schulung auf der Rennstrecke ist alles Teil des Programms.

Der Wartungsaufwand ist hoch, der Anspruch ebenfalls. Der Hybrid-V6 muss regelmäßig revidiert werden, ähnlich einem Formel-1-Aggregat. Dieses Auto will gefahren werden, nicht gesammelt. Der Mercedes-AMG ONE ist eine fahrende Ingenieursaussage – nicht für die Garage, sondern für den Asphalt.

Technik als Zukunftserklärung

Mit dem Mercedes-AMG ONE zeigt die Marke, wohin Hochleistung sich entwickelt: Hybridtechnologie nicht als Kompromiss, sondern als Verstärker. Die Kombination aus V6, Elektromotoren und 800-Volt-System markiert eine neue Stufe der Ingenieurskunst. Hier wird Hybridisierung zur Waffe, nicht zur Entschuldigung.

Maserati MC20 - Vogelperspektive

Mercedes-AMG ONE
Mercedes-AMG ONE – Heck- und Seitenansicht

1.063 PS Systemleistung, 11.000 Umdrehungen, 352 km/h Spitze, 800 Volt Spannung, 600 Kilogramm Abtrieb. Diese Werte stehen nicht für Übertreibung, sondern für technische Realität. Der ONE vereint Motorsport und Straßenverkehr in einer Form, die bisher unmöglich schien.

Der Hypersportwagen bleibt ein Extrem, doch seine Technologie wird nachwirken. Sie zeigt, was elektrifizierte Antriebe leisten können, wenn sie ohne Kompromisse umgesetzt werden. Der Mercedes-AMG ONE ist nicht nur ein Auto, sondern ein Kapitel Ingenieurgeschichte – präzise, radikal und von Grund auf echt.

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