Maserati MCPura Cielo
Maserati präsentiert den MCPURA Cielo als offene Speerspitze der Baureihe und als konsequente Weiterentwicklung des MC20-Halo-Cars.
Der MCPURA Cielo feierte seine Weltpremiere beim Goodwood Festival of Speed 2025, gezeigt in der Launchfarbe AI Aqua Rainbow, beim Cielo in glänzendem Finish und als Fuoriserie-Inszenierung.
Gebaut wird der MCPURA Cielo im historischen Maserati-Werk an der Viale Ciro Menotti in Modena, inklusive Fertigung des Nettuno-Motors und Fuoriserie-Lackierung in den neuen Lackierbereichen. Das Modell steht damit als zu 100 Prozent in Italien entwickelter und gefertigter Super-Sportwagen, der die Modena-Herkunft bewusst nach außen trägt.
Der MCPURA Cielo verfolgt eine klare Linie: Das unveränderte technische Herz bleibt der Nettuno-V6, während Exterieur, Materialien, Oberflächen und Bedienlogik spürbar nachgeschärft wurden. Maserati beschreibt das Konzept als direkte Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrer ohne Filter, verbunden mit Eleganz, hoher Performance und handwerklicher Detailarbeit. Auch die Launch-Kampagne greift eine Physik-Metapher auf und setzt den Claim E = MCPURA als Symbol für Leistung in ihrer reinsten Form.
Karosserie, Design und Details
Der MCPURA Cielo übernimmt die grundlegende Silhouette des MC20, setzt jedoch sichtbar im unteren Karosseriebereich an: neue Formen und neue Finishes an Front, Heck, Schwellerzone und damit auch im Profil. Die berühmte „Shark Nose“ wird stärker akzentuiert und wirkt präziser gezeichnet, mit einem klareren Fokus auf die optische Spannung zwischen skulpturalem Oberkörper und technisch geprägter Unterseite. Die Frontschürze orientiert sich am GT2 Stradale, bleibt jedoch kontrollierter und legt den Schwerpunkt auf stilistische Details statt reiner Aggressivität.
Am Heck arbeitet der MCPURA Cielo mit einem neu gestalteten Stoßfänger, der ebenfalls GT2-Stradale-Inspiration trägt. Optional ist ein oversized Spoiler erhältlich, als bewusster Verweis auf die GT2-Sportlichkeit und den Wiedereinstieg der Marke in geschlossene Rad-an-Rad-Rennserien. Auch der Unterboden und die Lower-Fascia-Zone wurden neu gestaltet, mit Lösungen, die die aerodynamische Effizienz des Fahrzeugbodens unterstützen und gleichzeitig die Optik schärfen.
Für die Lower Fascia nennt Maserati mehrere Ausführungen: Gloss Black als zusätzliche Variante neben Hyper Dark Myron matt und Carbonfaser-Finish. Gloss Black wurde explizit gewählt, um den Lichtreflex stärker zu nutzen, Kanten klarer wirken zu lassen und die Aerolinien optisch zu schärfen. Auch die Logos wurden überarbeitet, seitlich sitzt ein dediziertes Badge mit der Modellbezeichnung MCPURA, im Innenraum taucht das Logo unter der italienischen Flagge an den Luftauslässen des Dashboards wieder auf.
Butterfly Doors und Carbonstruktur
Ein bewusst gesetztes Highlight bleibt die Butterfly-Door-Konstruktion. Die Türen sind nicht als Show-Element gedacht, sondern als funktionaler Vorteil beim Einstieg und als Blickfenster auf die Technik. Geöffnete Butterfly Doors geben den Carbonfaser-Kern frei und zeigen Cockpitstruktur, Aerodynamikflächen und den vorderen Radbereich in einer ungewöhnlich unverstellten Perspektive. Die Türlösung verbindet damit Nutzwert und Inszenierung und passt zur Grundidee, dass beim MCPURA Cielo nichts beliebig ist, sondern jede Form einen Zweck erfüllt.
Die Basis des Fahrzeugs ist ein Carbonfaser-Monocoque, dessen Architektur von Beginn an für Coupé und Cielo ausgelegt wurde. Beim Cielo liegt der Schwerpunkt auf zusätzlicher Torsionssteifigkeit, weil das feste Dach als strukturelles Element entfällt. Maserati beschreibt dafür Anpassungen über Art, Menge und Anordnung der Carbonlagen, ohne das Grundlayout zu ändern. Produziert wird das Monocoque im Umfeld einer italienischen Composite-Spezialisierung, Maserati nennt TTA Adler als Herstellerpartner für die Verbundstruktur.
Für die aerodynamische Ausarbeitung wird eine intensive Entwicklungsphase genannt, inklusive über 2.000 Personenstunden im Windkanal und mehr als 1.000 CFD-Simulationen, umgesetzt in Zusammenarbeit mit Dallara. Das Konzept trennt weiterhin einen stilprägenden oberen Karosseriebereich von einem hoch technischen Unterboden, der mit Luftführung, Kühlung und Abtrieb arbeitet. Der Unterboden ist vollständig verkleidet und nutzt komplexe Vortex-Generatoren, einen charakteristischen „Hump“-Bereich zur besseren Anströmung, Entlüftungskanäle hinter dem Vorderrad und einen großen Heckdiffusor mit unterschiedlich tiefen Kanälen und optimierten vertikalen Leitelementen, um Strömung zu energisieren und Abtrieb über den Boden aufzubauen.
Nettuno V6 mit F1-Technik
Der MCPURA Cielo bleibt beim V6 Nettuno, einem 90-Grad-V6 Biturbo mit 3,0 Litern Hubraum und Trockensumpfschmierung, ausgelegt für hohe Querbeschleunigungen und stabile Ölversorgung unter Last. Die Eckdaten sind klar: 621 hp bei 7.500 rpm und 730 Nm Drehmoment von 3.000 bis 5.500 rpm. Bohrung und Hub betragen 88 mm und 82 mm, die Verdichtung liegt bei 11:1. Damit bleibt die Charakteristik deutlich drehzahl- und lastorientiert, mit breitem Drehmomentplateau und hoher Spitzenleistung.
Die technische Besonderheit ist die patentierte Pre-Chamber-Verbrennung mit Doppelfunken-Zündkonzept. Eine Vorkammer sitzt zwischen zentraler Zündkerze und Hauptbrennraum und ist über präzise ausgelegte Bohrungen verbunden. Ergänzt wird das System durch eine seitliche Zündkerze, die als Unterstützung fungiert, wenn die Vorkammerfunktion nicht benötigt wird. Dazu kommt eine kombinierte direkte und indirekte Einspritzung mit einem angegebenen Druckniveau von 350 bar, ausgelegt zur Geräuschreduktion bei niedrigen Drehzahlen, zur Emissionssenkung und zur Effizienzsteigerung.
Im Ergebnis bleibt der Nettuno das definierende Element des MCPURA Cielo. Maserati betont bewusst, dass der technische Kern unverändert blieb, um die ikonische Rolle dieses Motors als Markenzeichen der neuen Maserati-Super-Sportwagen-Ära zu halten.
DCT, Fahrprogramme und Messdaten
Die Kraftübertragung erfolgt über ein 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Übersetzungen werden wie folgt angegeben: 2.905, 1.759, 1.220, 0.878, 0.653, 0.508, 0.397, 0.329, Rückwärtsgang 2.632:1, dazu eine Final Ratio von 5.174. Diese Staffelung zielt auf harten Antritt und zugleich auf Hochgeschwindigkeitstauglichkeit.
Bei den Fahrleistungen nennt Maserati für den MCPURA Cielo eine Höchstgeschwindigkeit von über 199 mph, eine Beschleunigung von 0 auf 60 mph in unter 2,9 Sekunden sowie einen Bremsweg von 60 mph auf 0 von unter 33 Metern. Diese Werte ordnen den Cielo klar im Supercar-Segment ein und zeigen, dass das offene Dachkonzept nicht als Komfortableger gedacht ist, sondern als vollwertige Performance-Variante.
Fünf Fahrmodi stehen zur Verfügung: WET, GT, SPORT, CORSA und ESC Off. GT ist der Standardmodus für Alltag und Komfort, WET reduziert Boost und erhöht Regelsicherheit, SPORT schärft Gasannahme und Dynamiklogik, CORSA liefert das extremste Setup und erlaubt Launch Control, ESC Off deaktiviert die Regelsysteme vollständig. Zusätzlich lässt sich die Dämpfercharakteristik über eine Taste im Zentrum des Mode-Selectors in sportlichen Modi entschärfen, um auf unebenen Straßen mehr Compliance zu ermöglichen.
PDLC-Glasdach und Open-Air-Technik
Der MCPURA Cielo setzt auf ein einfahrbares elektrisches Dach mit PDLC-Glas, das sich per Tastendruck von transparent auf opak umschalten lässt. Maserati nennt eine Umschaltzeit von einer Sekunde, wodurch selbst bei geschlossenem Dach ein variabler Licht- und Sichtcharakter entsteht. Das Dachsystem ist auf hohe thermische Isolation ausgelegt und soll den Cielo nicht als Schönwetter-Spielzeug positionieren, sondern als ernsthafte Performance-Plattform mit Ganzjahreslogik.
Das Öffnen und Schließen erfolgt in 12 Sekunden. Die Dachbedienung ist bis zu 31 mph möglich, wodurch der Cielo auch im rollenden Betrieb schnell zwischen geschlossenem und offenem Zustand wechseln kann. Das Onboard-Erlebnis variiert damit zwischen geschlossen und opak, geschlossen und transparent sowie vollständig offen, ohne die Grundstruktur des Fahrzeugs zu verändern.
Aerodynamisch wurde das Gesamtsystem so entwickelt, dass Coupé-Anspruch und Convertible-Realität zusammenpassen. Maserati betont ausdrücklich, dass Effizienz und Thermomanagement auch bei offener Dacharchitektur erhalten bleiben sollen, um Hochgeschwindigkeit und hohe Lastzustände ohne Einbußen möglich zu machen.
Innenraum: Alcantara und neues Lenkrad
Im Interieur wurde die Materialstrategie deutlich in Richtung Alcantara verschoben. Sitze, Türverkleidungen, Dashboard und Teile des Lenkrads sind umfangreich in Alcantara ausgeführt, kombiniert mit einer klaren, fahrfokussierten Gestaltung. Maserati nennt Alcantara als Material mit hoher Griffigkeit, geringerer Masse im Vergleich zu Leder und guter Beständigkeit gegen Verschleiß, Hitze und UV-Einwirkung, was besonders bei sportlicher Fahrweise funktionale Vorteile bringt. Der Trident ist auf den Kopfstützen eingeprägt und wirkt dadurch ruhiger und präziser als eine erhabene Lösung.
Neu ist das Lenkrad mit GT2-inspirierter Form und flacher Oberseite, ausgelegt für bessere Sicht und mehr Kontrolle bei schnellen Manövern. Der Lenkradkranz ist großflächig in Alcantara ausgeführt, was Haptik und Grip verstärkt. Startbutton und Launch-Control sind in die Lenkradumgebung integriert und betonen die Motorsportnähe des Bedienkonzepts. Die Schaltwippen sind groß dimensioniert und an der Lenksäule montiert, serienmäßig in dunklem Aluminium, optional in Carbonfaser als Teil eines Carbon-Fiber-Interior-Pakets.
Die Fuoriserie-Personalisierung bleibt auch im Innenraum offen, inklusive variabler Ausführung von Dash und Türpanelen in Leder oder auf Wunsch in Alcantara. Für die Goodwood-Präsentation wurde ein zweifarbiger Voll-Alcantara-Innenraum gezeigt, mit laser-etched Sitzflächen in Alcantara Ice und irisierenden Unterlagen, die die Außenfarbdetails in den Innenraum übertragen.
Farben, Fuoriserie und Modena-Fokus
Die Farbpalette des MCPURA Cielo ist bewusst emotional und stark auf italienische Identität und Maserati-Historie ausgerichtet. Maserati nennt zehn Farben im Kernprogramm: Devil Orange, Grigio Incognito, Grigio Mistero, Nero Essenza, Bianco Audace, Blu Infinito, Rosso Vincente, Giallo Genio, Verde Royale und Night Interaction. Bianco Audace wird als Three-Layer Matte beschrieben, Blu Infinito als Three-Layer mit Bezug zur historischen MC12-Farbwelt, Rosso Vincente als Three-Layer in historischer Rennsport-Interpretation und Giallo Genio als Three-Layer mit Modena-Bezug. Nero Essenza wird als sehr tiefer Pastellton charakterisiert, Grigio Mistero als Metallic mit fließender Oberflächenwirkung.
Devil Orange ist als neue Farbe besonders hervorgehoben und trägt eine Motorsport- und Pionierinnen-Referenz: Der Ton wurde bereits in einer F-Tributo-Sonderserie verwendet und ist als Hommage an Maria Teresa De Filippis gedacht, die als erste Frau ein Formel-1-Grand-Prix-Qualifying erreichte und den Spitznamen „she-devil“ trug. Verde Royale und Night Interaction werden als elegante Dual-Layer-Metallics beschrieben, die aus dem Fuoriserie-Umfeld in die reguläre Range übergehen.
Über das Fuoriserie-Programm wird die Auswahl deutlich erweitert, Maserati nennt bis zu dreißig Karosseriefarben in verschiedenen Aufbauten, von Solid über Metallic bis zu mehreren Layern und matt. In Modena unterstreicht die Officine Maserati Fuoriserie den Anspruch, Individualisierung als eigenen Fertigungsbereich zu etablieren. Im Werk werden neben dem MCPURA auch weitere Baureihen gefertigt, Maserati nennt zudem die geplante Verlagerung der Produktion von GranTurismo und GranCabrio von Turin Mirafiori nach Modena ab dem vierten Quartal 2025 als Teil der Standortstrategie.
MIA, Connect und Performance Pages
Der MCPURA Cielo nutzt das Maserati Intelligent Assistant System auf Android-Automotive-Basis. Zwei 10,25-Zoll-Displays bilden das Interface, ein volldigitales TFT-Kombiinstrument und ein zentraler HD-Touchscreen mit Antireflex-Beschichtung. Die Darstellung ist so ausgelegt, dass Wechsel zwischen den Anzeigen ohne große Umfokussierung möglich sind, im ausgeschalteten Zustand entsteht ein Total-Black-Effekt.
Zusätzlich integriert das System Performance Pages aus dem GT2-Stradale-Umfeld: technische Anzeigen für Motordaten wie Turbo-Informationen, Drehmoment und Öldruck, Verbrauchsansichten, Torque-Management-Visualisierung sowie Temperaturanzeigen für Motor, Bremsanlage und Getriebe. Damit bekommt das Cockpit eine klar datenorientierte Ebene, die nicht nur Show ist, sondern als Monitoring-Werkzeug dient.
Maserati Connect hält das Fahrzeug dauerhaft vernetzt, unterstützt Service- und Statusinformationen, Sicherheits- und Assistance-Funktionen sowie App-Anbindung. Optional sind Sprachassistenten-Integration und ein WLAN-Hotspot möglich. Beim Audio ist serienmäßig ein 6-Lautsprecher-System vorgesehen, optional ein 12-Lautsprecher Sonus faber System mit 695-Watt Class-D DSP-Verstärker.
Technische Daten MCPURA Cielo
Der MCPURA Cielo misst 4.667 mm in der Länge, 2.178 mm Breite mit Spiegeln und 1.965 mm ohne Spiegel. Die Höhe beträgt 1.214 mm, der Radstand liegt bei 2.700 mm. Die Spurweiten werden mit 1.680 mm vorn und 1.648 mm hinten angegeben, der vordere Überhang beträgt 1.075 mm, der hintere 892 mm. Der Wendekreis liegt bei 11,8 m. Das Tankvolumen beträgt 60 L, das Gepäckraumvolumen liegt hinten bei 100 L und vorn bei 50 L. Das Trockengewicht wird mit 3.565 lbs angegeben, die Gewichtsverteilung mit 39,5 Prozent vorn und 60,5 Prozent hinten.
Bereifung: 245/35 R20 vorn und 305/30 R20 hinten. Motor: V6, 3.000 cc, Bohrung 88 mm, Hub 82 mm, Verdichtung 11:1, Maximalleistung 621 hp bei 7.500 rpm, maximales Drehmoment 730 Nm von 3.000 bis 5.500 rpm. Getriebe: 8-Gang-DCT, Übersetzungen 2.905, 1.759, 1.220, 0.878, 0.653, 0.508, 0.397, 0.329, Rückwärtsgang 2.632:1, Final Ratio 5.174.
Performance: Höchstgeschwindigkeit über 199 mph, 0 bis 60 mph unter 2,9 Sekunden, Bremsweg 60 mph auf 0 unter 33 m.
Das Dachsystem öffnet und schließt in 12 Sekunden, die Dachbedienung ist bis 31 mph möglich, die PDLC-Umschaltung von opak auf transparent erfolgt in einer Sekunde.