Ferrari 812 Superfast
Ferrari 812 Superfast in Italien
Ferrari 812 Superfast steht für einen kompromisslosen Gran Turismo, der italienische Gestaltung, klassische Zwölfzylinder-Tradition und moderne Fahrdynamik miteinander verbindet. Der Sportwagenhersteller aus Maranello präsentierte das Modell auf dem 87. Genfer Autosalon im März 2017 als damals stärkstes Ferrari-Serienfahrzeug.
Mit dem Ferrari 812 Superfast löste die italienische Marke den F12berlinetta ab und führte dessen Konzept konsequent weiter. Ab Anfang 2018 konnten Kunden den Sportwagen bei ausgewählten Händlern übernehmen.
Seine Besonderheit liegt in einer heute seltenen Kombination aus frei saugendem V12-Motor, Front-Mittelmotor-Bauweise und Hinterradantrieb. Damit verkörpert das Coupé eine traditionelle Ferrari-Idee, setzt sie aber mit elektronisch geregelten Systemen und einer aufwendigen Aerodynamik zeitgemäß um.
Ein Gran Turismo aus Maranello
In Italien besitzt der Zwölfzylinder bei Ferrari einen besonderen Stellenwert. Bereits die frühen Fahrzeuge der Marke nutzten diese Motorbauart, weshalb das Aggregat nicht nur Leistung liefert, sondern auch einen wichtigen Teil der Unternehmensgeschichte repräsentiert.
Der Ferrari 812 Superfast verbindet diese Herkunft mit der Alltagstauglichkeit eines großen Reisecoupés. Zwei Personen finden Platz, Gepäck lässt sich für eine Wochenendreise unterbringen und die lange Motorhaube macht bereits im Stand deutlich, wo das technische Herz des Fahrzeugs sitzt.
Die Bezeichnung erklärt zentrale Eigenschaften des Modells. Die Zahl 8 verweist auf die Motorleistung von 800 Cavalli, während 12 für die Anzahl der Zylinder steht und Superfast einen traditionsreichen Namen aus der Ferrari-Historie wieder aufnimmt.
Trotz seines Reisewagencharakters ist das Fahrzeug nicht auf entspanntes Dahingleiten beschränkt. Extrem kurze Reaktionszeiten, hohe Kurvengeschwindigkeiten und ein präzises Lenkgefühl rücken das Coupé nah an einen Supersportwagen, ohne seine Rolle als Frontmotor-Gran-Turismo aufzugeben.
Der frei saugende V12-Motor
Das technische Zentrum bildet ein vorne längs eingebauter Zwölfzylinder mit 6.496 cm³ Hubraum. Der Motor verzichtet auf Turboaufladung und erreicht seine Spitzenleistung über hohe Drehzahlen, eine optimierte Verbrennung und eine besonders direkte Gasannahme.
Der Ferrari 812 Superfast stellt 800 PS beziehungsweise 588 kW bei 8.500 Umdrehungen pro Minute bereit. Sein maximales Drehmoment beträgt 718 Newtonmeter bei 7.000 Umdrehungen pro Minute, wobei bereits bei niedrigeren Drehzahlen ein großer Teil dieser Kraft verfügbar ist.
Eine solche Charakteristik unterscheidet sich spürbar von modernen Turbomotoren. Statt eines kräftigen Drehmomentschubs aus dem Drehzahlkeller baut der V12 seine Leistung gleichmäßig auf und belohnt den Fahrer dafür, die einzelnen Gänge weit auszudrehen.
Das Ergebnis ist eine enge Verbindung zwischen Gaspedal, Motor und Antriebsrädern. Jede Bewegung des rechten Fußes wird unmittelbar umgesetzt, während sich Klang, Intensität und Vortrieb mit steigender Drehzahl kontinuierlich erhöhen.
Zum emotionalen Eindruck trägt die aufwendig abgestimmte Abgasanlage bei. Der typische V12-Klang reicht von einem sonoren Ton bei ruhiger Fahrt bis zu einem hellen, metallischen Crescendo, wenn sich die Drehzahl ihrem Maximum nähert.
Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit
Die Kraft gelangt über ein schnell schaltendes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an die Hinterachse. Seine Übersetzungen wurden auf spontane Beschleunigung ausgelegt, während die Schaltwippen am Lenkrad einen manuellen Eingriff ermöglichen.
Aus dem Stand beschleunigt der Ferrari 812 Superfast in 2,9 Sekunden auf 100 km/h. Nach 7,9 Sekunden sind 200 km/h erreicht, und die angegebene Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 340 km/h.
Diese Werte zeigen, wie wirkungsvoll Motor, Getriebe und Traktionsregelung zusammenarbeiten. Ein Trockengewicht von 1.525 Kilogramm sorgt zudem für ein Leistungsgewicht, das selbst im Umfeld leistungsstarker Supersportwagen beeindruckt.
Die Zahlen beschreiben allerdings nur einen Teil des Fahrerlebnisses. Ebenso wichtig ist die lineare Leistungsentfaltung, denn sie macht den verfügbaren Schub kontrollierbar und vermittelt auch bei mittlerem Tempo einen sehr unmittelbaren Eindruck.
Hinterradantrieb und elektronische Fahrhilfen
Der Verzicht auf Allradantrieb folgt einer klaren fahrdynamischen Idee. Die Vorderräder übernehmen die Lenkaufgabe, während die Hinterräder sämtliche Antriebskraft übertragen und so das für klassische Ferrari-Modelle typische Fahrgefühl erzeugen.
Damit 800 PS beherrschbar bleiben, arbeitet eine Vielzahl elektronischer Systeme im Hintergrund. Sie koordinieren Traktion, Stabilität, elektronisches Differenzial und Dämpfer, ohne dem Fahrer bei angemessener Fahrweise das Gefühl direkter Kontrolle zu nehmen.
Das Fahrdynamiksystem Side Slip Control fasst mehrere Regelungen zusammen. Es bewertet den Fahrzustand laufend und stimmt die Eingriffe so ab, dass Agilität, Stabilität und kontrollierbarer Schlupf in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.
Über den Manettino-Schalter am Lenkrad lassen sich verschiedene Programme auswählen. Je nach Modus reagiert der Ferrari 812 Superfast komfortabler und sicherheitsorientierter oder deutlich direkter, wobei die anspruchsvollsten Einstellungen erfahrenen Fahrern und geeigneten Strecken vorbehalten bleiben.
Erstmals mit elektrischer Servolenkung
Bei diesem Modell führte Ferrari erstmals eine elektrische Servolenkung in einem Serienfahrzeug der Marke ein. Dieser Schritt ermöglichte es, die Lenkung enger mit den übrigen Fahrdynamiksystemen zu vernetzen und dem Fahrer gezielte Rückmeldungen zu geben.
Die Lenkübersetzung ist direkt, sodass bereits kleine Lenkradbewegungen eine klare Richtungsänderung auslösen. Gerade auf kurvenreichen Straßen wirkt das große Coupé dadurch handlicher, als es seine Außenmaße zunächst vermuten lassen.
Unterstützt wird die Agilität durch eine mitlenkende Hinterachse. Das System beeinflusst die Stellung der Hinterräder abhängig von Geschwindigkeit und Fahrsituation, verbessert das Einlenkverhalten und trägt bei hohem Tempo zur Stabilität bei.
Kurzer Lenkeindruck und ruhiger Geradeauslauf müssen sich deshalb nicht ausschließen. Diese Verbindung gehört zu den wesentlichen technischen Leistungen des Fahrwerks und unterstreicht den breiten Einsatzbereich des italienischen Gran Turismo.
Fahrwerk und Bremsanlage
Adaptive Dämpfer passen ihre Arbeitsweise an Fahrbahn, Fahrstil und gewähltes Programm an. Dadurch kann der Wagen Unebenheiten auf längeren Strecken angemessen aufnehmen und bei dynamischer Fahrt dennoch straff kontrollierte Karosseriebewegungen bieten.
Die Gewichtsverteilung fällt für ein Fahrzeug mit Frontmotor ausgewogen aus, weil der V12 weit hinter der Vorderachse sitzt. Das Getriebe ist im Bereich der Hinterachse angeordnet, wodurch die schweren Komponenten über die Fahrzeuglänge verteilt werden.
Für die Verzögerung setzt Ferrari auf eine leistungsfähige Carbon-Keramik-Bremsanlage. Sie bietet hohe Reserven, widersteht der thermischen Belastung bei wiederholten starken Bremsmanövern und reduziert gegenüber konventionellen Stahlscheiben die ungefederten Massen.
Im Alltag benötigt die Anlage eine feinfühlige Bedienung, weil ihre Leistungsfähigkeit weit über normale Anforderungen hinausgeht. Auf einer Rennstrecke zeigt sie dagegen, wie wichtig präzise Dosierbarkeit und konstante Verzögerung für schnelle, wiederholbare Rundenzeiten sind.
Italienisches Design mit klarer Funktion
Die Proportionen folgen dem klassischen Aufbau eines Frontmotor-Coupés. Eine lange Motorhaube, die weit nach hinten versetzte Fahrgastzelle und ein kurzes Heck lassen den Wagen bereits aus der Seitenansicht schnell und kraftvoll wirken.
Beim Ferrari 812 Superfast ist jedoch kaum eine Linie ausschließlich dekorativ. Öffnungen, Kanäle und Abrisskanten leiten Kühlluft an technische Komponenten oder beeinflussen den Luftstrom, damit das Fahrzeug auch bei sehr hoher Geschwindigkeit stabil bleibt.
Die schmalen Scheinwerfer gehen optisch in die vorderen Lufteinlässe über. Ein breiter Kühlergrill betont die Front, während die modellierten Flanken das Licht je nach Blickwinkel unterschiedlich reflektieren und der Karosserie zusätzliche Spannung verleihen.
Am Heck greifen vier runde Rückleuchten ein bekanntes Ferrari-Motiv auf. Zusammen mit vier Endrohren, einem ausgeprägten Diffusor und der muskulösen Schulterlinie entsteht ein Auftritt, der Tradition und moderne Aerodynamik sichtbar zusammenführt.
Aktive und passive Aerodynamik
Die Karosserie erzeugt den benötigten Abtrieb nicht allein durch einen großen feststehenden Flügel. Stattdessen nutzt sie sorgfältig geformte Flächen, Luftkanäle und aktive Elemente, die sich harmonischer in die Silhouette integrieren lassen.
An der Front führen Öffnungen Luft gezielt durch die Karosserie. Diese Strömung reduziert unerwünschten Auftrieb, unterstützt die Kühlung und hilft dabei, die Vorderachse bei zunehmender Geschwindigkeit verlässlich auf der Fahrbahn zu halten.
Auch der Unterboden ist Teil des Gesamtkonzepts. Aktive Klappen beeinflussen dort die Luftführung abhängig von der Fahrsituation, während der hintere Diffusor die Strömung beschleunigt und zur aerodynamischen Balance beiträgt.
Der Nutzen zeigt sich besonders in schnellen Kurven und bei kräftigen Bremsmanövern. Eine stabile aerodynamische Balance schafft Vertrauen, weil Vorder- und Hinterachse auch dann berechenbar reagieren, wenn enorme Kräfte auf das Fahrzeug wirken.
Abmessungen und praktische Eigenschaften
Mit einer Länge von rund 4,66 Metern, einer Breite von knapp 1,97 Metern und einer Höhe von etwa 1,28 Metern besitzt das Coupé eine ausgeprägte Straßenpräsenz. Enge Parkhäuser und schmale Altstadtgassen verlangen deshalb Aufmerksamkeit und ein gutes Gefühl für die Außenmaße.
Der Radstand von 2,72 Metern unterstützt den stabilen Geradeauslauf und schafft Raum für die ausgewogene Anordnung der Antriebskomponenten. Gleichzeitig helfen Lenkung und Hinterachssteuerung dabei, das Auto in engeren Kurven überraschend willig zu positionieren.
Ein Kofferraum macht längere Ausfahrten oder Reisen zu zweit möglich. Damit erfüllt das Modell den Gran-Turismo-Gedanken überzeugender als ein kompromisslos auf die Rennstrecke zugeschnittenes Fahrzeug mit Mittelmotor und minimalem Gepäckabteil.
Der praktische Nutzen bleibt dennoch relativ. Niedrige Sitzposition, breite Karosserie und begrenzte Sicht nach hinten verlangen Gewöhnung, während Bodenfreiheit und große Räder auf Rampen, Kanten und schlechten Straßen besondere Rücksicht erfordern.
Innenraum mit Fokus auf den Fahrer
Im Cockpit richtet sich fast alles auf den Fahrer aus. Der große Drehzahlmesser sitzt zentral im Instrumentenfeld, wichtige Fahrfunktionen liegen am Lenkrad und die Schaltwippen bleiben auch bei einer Lenkbewegung gut erreichbar.
Hochwertiges Leder, Alcantara, Metall und Carbon prägen je nach Konfiguration den Innenraum. Käufer konnten Farben, Nähte, Zierelemente und Sitzvarianten umfassend individualisieren, wodurch kaum zwei Exemplare exakt gleich ausgestattet sein müssen.
Der Ferrari 812 Superfast verbindet seine sportliche Sitzposition mit einem für diese Fahrzeugklasse brauchbaren Reisekomfort. Die Sitze geben dem Körper in schnellen Kurven Halt, sollen aber zugleich längere Etappen ohne unnötige Belastung ermöglichen.
Ein zusätzliches Display auf der Beifahrerseite kann Fahrdaten sichtbar machen und bindet den Mitfahrer stärker in das Erlebnis ein. So bleibt die technische Information nicht allein dem Fahrer vorbehalten, obwohl dessen Arbeitsplatz eindeutig im Mittelpunkt steht.
Bedienung und Individualisierung
Viele Bedienelemente befinden sich direkt am Lenkrad, darunter Fahrmoduswahl, Blinker und Scheibenwischer. Dieses aus dem Motorsport abgeleitete Prinzip soll dafür sorgen, dass die Hände auch während einer dynamischen Fahrt möglichst am Lenkrad bleiben.
Die Anordnung erfordert zunächst Eingewöhnung, weil sie sich von klassischen Fahrzeugcockpits unterscheidet. Nach einer vertrauten Phase können zentrale Funktionen jedoch schnell bedient werden, ohne den Blick lange von der Straße abzuwenden.
Über die üblichen Ausstattungsoptionen hinaus bot Ferrari zahlreiche Möglichkeiten zur Personalisierung. Unterschiedliche Lackierungen, Felgendesigns, Carbon-Komponenten und maßgeschneiderte Innenraumdetails ließen den Fahrzeugpreis deutlich steigen, machten das jeweilige Exemplar aber individueller.
Rennstreckentaugliche Sitze und sportlichere Ausstattungsdetails konnten den Fokus weiter verschieben. Wichtig blieb dabei die sorgfältige Auswahl, denn leichte Schalensitze, sichtbares Carbon und kräftige Kontrastfarben verändern sowohl Atmosphäre als auch Langstreckenkomfort.
Verbrauch und Alltag
Ein großvolumiger Hochleistungs-V12 ist nicht auf maximale Sparsamkeit ausgelegt. Als kombinierter Verbrauch wurden 14,9 Liter Super Plus je 100 Kilometer genannt, wobei der tatsächliche Wert stark von Verkehr, Strecke und Einsatz des Leistungspotenzials abhängt.
Bei häufigem Beschleunigen oder auf einer Rennstrecke steigt der Kraftstoffbedarf erheblich. Neben den Tankkosten sollten Interessenten Ausgaben für Versicherung, Wartung, Reifen und Verschleißteile berücksichtigen, die dem Leistungsniveau und Fahrzeugwert entsprechen.
Im ruhigen Reisebetrieb zeigt das Coupé eine andere Seite. Das Getriebe wählt höhere Gänge, die adaptiven Dämpfer können komfortabler arbeiten und der Motor stellt genügend Kraft bereit, ohne ständig bis in hohe Drehzahlen bewegt werden zu müssen.
Der Ferrari 812 Superfast bleibt trotzdem ein außergewöhnliches Fahrzeug, das Aufmerksamkeit und Erfahrung verlangt. Breite Reifen reagieren auf niedrige Temperaturen und Nässe empfindlicher, während die enorme Leistung auf öffentlichen Straßen stets einen verantwortungsvollen Umgang voraussetzt.
Preis und laufende Kosten
Der ursprüngliche Einstiegspreis für ein fabrikneues Fahrzeug lag bei mindestens 291.387 Euro. Bereits einige Sonderausstattungen konnten die Marke von 300.000 Euro überschreiten, umfangreiche Personalisierungen führten zu deutlich höheren Endpreisen.
Beim Kauf eines gebrauchten Exemplars zählen nicht nur Kilometerstand und Baujahr. Eine lückenlose Wartungshistorie, nachvollziehbare Herkunft, sachgemäße Reparaturen und der Zustand von Bremsen, Reifen, Fahrwerk sowie Karosserie sind für die Bewertung entscheidend.
Auch eine attraktive Konfiguration kann den Marktwert beeinflussen. Klassische Farbkombinationen sprechen oft einen breiten Interessentenkreis an, während seltene Sonderfarben und besondere Optionen je nach Geschmack einen Aufpreis rechtfertigen oder die Käufersuche einschränken können.
Vor einer Kaufentscheidung empfiehlt sich eine Prüfung durch einen erfahrenen Fachbetrieb. Diagnosedaten, Wartungsbelege und eine sorgfältige Sichtkontrolle können Hinweise auf unsachgemäße Nutzung, verdeckte Schäden oder einen bevorstehenden kostspieligen Service liefern.
Für welche Fahrer das Modell geeignet ist
Das Fahrzeug richtet sich an Menschen, die den Charakter eines frei saugenden Zwölfzylinders bewusst suchen. Wer vor allem maximale Traktion bei jedem Wetter oder möglichst niedrige Betriebskosten erwartet, findet in anderen Fahrzeugkonzepten passendere Lösungen.
Seine Stärken spielt der Ferrari 812 Superfast auf gut ausgebauten, übersichtlichen Straßen und abgesperrten Strecken aus. Dort können direkte Lenkung, standfeste Bremsen und die lineare Leistungsentfaltung erlebt werden, ohne die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer zu gefährden.
Auf langen Etappen überzeugt wiederum das Zusammenspiel aus stabiler Straßenlage, hochwertigem Innenraum und verfügbarem Gepäckraum. Damit beherrscht das Coupé sowohl die schnelle Ausfahrt als auch die Reise über größere Distanzen.
Entscheidend ist ein respektvoller Umgang mit den Reserven. 800 PS am Hinterrad setzen Erfahrung, Konzentration und passende Bedingungen voraus, auch wenn moderne Regelsysteme den Fahrer wirkungsvoll unterstützen.
Einordnung in die Ferrari-Modellgeschichte
Als Nachfolger des F12berlinetta steigerte das Modell Leistung, technische Vernetzung und aerodynamische Effizienz. Gleichzeitig bewahrte es die Grundarchitektur des großen Ferrari-Coupés mit V12-Front-Mittelmotor, Transaxle-Anordnung und zwei Sitzplätzen.
Spätere Varianten entwickelten das Konzept weiter und zeigten, welches Potenzial in dieser Plattform steckte. Für die Bedeutung des ursprünglichen Modells ist jedoch vor allem entscheidend, dass es den klassischen Saugmotor in einer Phase zunehmender Elektrifizierung eindrucksvoll inszenierte.
Der Ferrari 812 Superfast steht deshalb an einer interessanten Schnittstelle. Er nutzt hochentwickelte Elektronik, aktive Aerodynamik und elektrische Lenkunterstützung, verbindet diese Systeme aber mit einem Motorenkonzept, dessen Grundidee aus einer früheren Epoche stammt.
Genau dieser Kontrast trägt zur Faszination bei. Analoge Klang- und Drehzahlerlebnisse treffen auf digitale Fahrdynamikregelung, ohne dass eine der beiden Seiten den Charakter des Fahrzeugs vollständig bestimmt.
Fazit zum italienischen V12-Sportwagen
Der Ferrari 812 Superfast ist weit mehr als die Summe seiner eindrucksvollen Leistungsdaten. Sein Reiz entsteht aus dem Zusammenspiel von frei saugendem Zwölfzylinder, Hinterradantrieb, ausgewogener Gewichtsverteilung und einer Karosserie, deren dramatische Form eine klare technische Funktion besitzt.
Im Innenraum treffen hochwertige Materialien auf eine konsequente Fahrerorientierung, während Gepäckraum und adaptive Dämpfer einen gewissen Alltags- und Reisekomfort ermöglichen. Gleichzeitig erinnern Verbrauch, Abmessungen und Unterhaltskosten daran, dass es sich um ein kompromissloses Hochleistungsfahrzeug handelt.
Als Gran Turismo aus Maranello verkörpert das Coupé italienische Automobilkultur auf besonders intensive Weise. Es bietet Geschwindigkeit nicht isoliert, sondern verbindet sie mit Design, Klang, handwerklicher Individualisierung und einer langen Tradition großer Ferrari-Zwölfzylinder.
Damit bleibt der Ferrari 812 Superfast ein außergewöhnlicher Vertreter seiner Klasse und ein faszinierendes Beispiel dafür, wie klassische Motortechnik mit moderner Fahrdynamik zu einem eigenständigen Gesamtpaket verschmelzen kann.